Schwimmförderung
Eltern werden im Badezimmer zu Schwimmtrainern
Homeswimming – noch nie gehört? Das ist ein Projekt, das die Schwimmausbildung effektiver machen soll, weil es monatelang keine Schwimmkurse gab. Eltern werden im heimischen Badezimmer zu Trainern.
Was und warum
Darum geht es: In der Corona-Zeit fand monatelang kein Schwimmunterricht statt. Die ohnehin schon dramatisch gesunkene Schwimmfähigkeit von Kindern nimmt weiter zu.
Vor allem interessant für: Eltern und Kinder.
Deshalb berichten wir: Die DLRG hat das Projekt Homeswimming entwickelt. Wenn viele Eltern dabei mitziehen, wird wertvolle Zeit gespart und mehr Kindern das Schwimmenlernen ermöglicht. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Weil Hallen- und Freibäder coronabedingt geschlossen waren, fiel der Schwimmunterricht an den Schulen und in den Vereinen monatelang ins Wasser. Seitdem die Bäder wieder öffnen dürfen, gibt es einen riesigen Ansturm auf Schwimmkurse, weil der Nachholbedarf enorm ist. „Die Nachfrage nach Kursen ist gigantisch“, sagt Markus Bakker vom Friesenbad Weener. Sämtliche Kurse, die im Friesenbad bis zum Saisonende Mitte September angeboten werden, seien innerhalb einer Woche ausgebucht gewesen.
Mehr ältere Schwimmanfänger
Es seien auffällig viele Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren darunter – also Kinder, die normalerweise im Schwimmunterricht der Grundschule das Schwimmen lernen. „Die Seepferdchenkurse machen wir jetzt immer zu zweit“, erzählt Bakker. Dadurch können zwölf bis 15 Kinder bei einem Kursus mitmachen. Bei einem Trainer ist die Teilnehmerzahl auf maximal zehn begrenzt. Auch die Anzahl der Kurse wurde erhöht. Und trotzdem kommen nicht alle Kinder zum Zuge.
Wassergewöhnung in der Badewanne
Durch die in der Corona-Zeit entstandenen Defizite sei das aus Sicht der DLRG dringend erforderlich. Denn die Schwimmfähigkeit der Kinder nimmt weiter ab. „Schon vor dem Ausbruch der Pandemie waren 59 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer“, sagt Maier und bezieht sich dabei auf das Ergebnis einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2017. Als sichere Schwimmer gelten Kinder erst, wenn sie das Schwimmabzeichen in Bronze abgelegt haben. „Beim Seepferdchen ist also noch nicht Schluss.“