Kolumne: Alles Kultur
Richtig deep ins Herz
Auf unserem Online-Auftritt veröffentlichen wir an sechs Tagen pro Woche eine Kolumne. Zu Wochenbeginn geht es immer um Kultur.
Ja, auch in mir gibt es Themen, da bin ich stur. Momentan läuft die achte Staffel „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“. Dieses Fernsehformat begeistert mich seit 2014. Musiker*innen, die voller Wertschätzung für die Kunst der anderen einen Abend mit Musik, Getränken, Tränen, Umarmungen und ihren Lebensgeschichten verbringen. Die neuinterpretierten Lieder beeindrucken mich sehr und manch poetische Textdichtung lässt mich demütig werden. Und dann kommt für mich die große Enttäuschung: In den Gesprächen dazwischen ist all die Eloquenz wie verpufft.
Zur Person
Annie Heger (37), geboren in Aurich und heute hauptsächlich in Berlin lebend, ist abgebrochene Religionslehrerin, abgebrochene Diätassistentin und geprüfte Heilpraktikerin für Psychotherapie, aber vor allem ist sie als Künstlerin bekannt. Sie singt, ist Schauspielerin und moderiert Shows, Festivals, Varietés und Galas. Außerdem ist sie Plattdeutsch-Aktivistin, unter anderem als Intendantin des PLATTart-Festivals. Ihre aktuelle CD, erschienen im Label Kosmopolit Records, heißt „Bethlehem“.
Sprache entwickelt sich weiter, das ist unaufhaltsam und das ist gut. Denn sie ist eine Dienerin unserer Verständigung und bildet gesellschaftliche Entwicklungen ab. Manche Entwicklungen gefallen mir nicht und lösen sogar politische Debatten aus. Das, was mich vor dem Fernseher zum Kopfschütteln gebracht hat, ist, dass sie durch ihre Dichtkunst bewiesen haben, dass sie in der Lage sind, mehr als nur Dreiwortsätze auf Deutsch zu bilden. Also, ihr lieben Pop-Poet*innen da draußen: Spielt mit unserer Sprache, sie ist so wunderschön, dann erreicht ihr mein Herz und meine Seele auch so richtig...deep.
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