Regionalkultur
Museen im Nordkreis wieder am Start
Seit Pfingstmontag hat das Moor- und Fehnmuseum in Elisabethfehn wieder geöffnet. Früher war es wegen Corona nicht möglich. Das Infozentrum an der Johanniterkapelle Bokelesch startet am Sonntag.
Elisabethfehn / Bokelesch - Mit einer Liste sind Heidi de Haas und Antje Hoffmann am Donnerstagvormittag im Moor- und Fehnmuseum in Elisabethfehn unterwegs. Heidi de Haas ist den ersten Tag seit Herbst 2020 wieder im Einsatz und lässt sich von der Museumsleiterin erläutern, was alles beachtet werden muss und was sich geändert hat. Seit Pfingstmontag hat das Museum am Elisabethfehnkanal wieder geöffnet. Am Wochenende zuvor hatte Antje Hoffmann die Luca-App eingerichtet, mit der sich Besucher unkompliziert registrieren können. Und das klappte: „Der Andrang war groß“, berichtet sie. Als sie kam, hätten schon die ersten Gäste wartend vor dem Eingang gestanden.
Außengastronomie geöffnet
Pfingstmontag war der erste Tag, an dem Museen im Landkreis Cloppenburg unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln überhaupt wieder öffnen konnten, weil die 7-Tage-Inzidenz fünf Werktage in Folge unter dem Wert 100 lag. Seitdem ist auch die Außengastronomie der Teestube wieder auf. Das Lokal war im März von dem Strücklinger Ehepaar Michaela und Michael Rudloff übernommen worden.
„Die Leute freuen sich. Sie wollen endlich wieder etwas erleben“, berichtet Museumsleiterin Hoffmann und bekennt, ihr und ihren Helferinnen und Helfern gehe es ebenso. Dass zum Museum ein Freigelände gehört, auf dem Maschinen zum industriellen Torfabbau präsentiert werden, sei in der aktuellen Situation ein großes Glück.
Test, Impfung oder Genesung
Voraussetzung für einen Besuch der Anlage ist ein tagesaktueller, negativer Corona-Test oder die vollständige Impfung oder Genesung. Selbsttests unter Aufsicht sind vor Ort möglich. Testkits werden zum Selbstkostenpreis angeboten, man kann aber auch eigene mitbringen. Flotter geht es, wenn Gäste einen Nachweis über einen negativen Bürgertest mitbringen.
Während der Zeit, in der das Museum geschlossen war, haben Hoffmann und ihre Mitstreiter einiges auf den Weg gebracht. So sind bereits acht Stationen der Dauerausstellung mit Tondokumenten ausgestattet, 38 sollen es werden. Das Hörerlebnis ist über einen QR-Code abrufbar und kann mit dem eigenen Smartphone empfangen werden.
Offenes WLAN
Überall im Haus und auf dem Freigelände gibt es offenes WLAN. Das ist auch an der Außenstelle zur Sonderausstellung der Fall. Dabei handelt es sich um das Waagehäuschen an der ehemaligen Torfkoksfabrik am Kanal. Mit diesem Industriedenkmal befasst sich die aktuelle Sonderschau „Patent! Das Torfkokswerk in Elisabethfehn“, die im September 2020 eröffnet wurde. Antje Hoffmann hat sie gerade bis Juni 2022 verlängert. Im Waagehäuschen an der Fabrik gibt es ein Modell des Torfkokswerks mit Infos. Beides wird dort dauerhaft etabliert, ist doch das Waagehäuschen als „Point of interest“ bei diversen digitalen Fahrradrouten vermerkt.
Ebenfalls neu sind vier Bildschirme im Museum, auf denen Gäste historische Filme sehen können, die anschaulich machen, wie der Handtorfstich funktionierte, der Strenge-Bagger arbeitete, das Emsland tiefgepflügt wurde und die Hauswirtschaft auf dem Fehn vor gut einem halben Jahrhundert lief.