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Aschendorf

Aschendorfer Verein kämpft gegen Lepra

Diese Frau ist an Lepra erkrankt. Ihre Füße und Hände sind verstümmelt. Bilder: privat

Von Henrik Zein

Jährlich stecken sich rund 250 000 Menschen mit der Infektionskrankheit Lepra an – ein Großteil davon in Indien. Der Verein „Leben ohne Lepra“ hat in dem Land vor 30 Jahren ein Hilfsprojekt ins Leben gerufen, das der GA mit seiner Weihnachtsaktion unterstützen will.

Aschendorf - Das Mittelalter gilt als die Hoch-Zeit der Lepra. Mittlerweile ist die Infektionskrankheit größtenteils aus Europa verschwunden, doch in ärmeren Regionen herrscht sie weiterhin vor. Jedes Jahr stecken sich nach Angaben der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe rund 250 000 Menschen mit der Krankheit an, die zu Veränderungen an Haut, Nerven und Knochen führt. 60 Prozent der Erkrankten leben in Indien. In dem Land auf dem asiatischen Subkontinent hat der Aschendorfer Verein „Leben ohne Lepra“ vor 30 Jahren ein beispielhaftes Hilfsprojekt auf die Beine gestellt. Bis heute haben die Ehrenamtlichen Hunderttausende Euro vor Ort investiert.

Die Gründungsmitglieder des Vereins (von links): Marilen Nehe, Helmut Muckli, Thea Muckli, Klara Schleinhege, Heinz Schleinhege, Edelgard Muckli, Astrid Muckli und Ulrich Nehe.
Initiatorin des Hilfsprojektes ist die 71-jährige Thea Muckli. „Ich habe als Kind im Kino zwei indische Filme gesehen. Seitdem bin ich begeistert von diesem Land und wollte immer mal dorthin.“ Viele Jahre später war es dann so weit. Gemeinsam mit ihrer Cousine Ingrid Schepers fuhr sie 1989 in den Norden Indiens. Was die beiden dort sahen, schockierte sie. „Auf den Straßen war so viel Elend. Babys lagen im Dreck und schrien“, erzählt Muckli. Sie entschloss sich daraufhin, den Menschen vor Ort zu helfen.

Bei Batman-Film 30 000 D-Mark eingenommen

Die GA-Weihnachtsaktion

In diesem Jahr geht das Geld aus der Weihnachtsaktion an den Verein „Leben ohne Lepra“. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung.

Kontodaten:

  • IBAN: DE10 2859 1654 0045 8007 00
  • Volksbank eG Westrhauderfehn
  • Stichwort: GA-Leser helfen 2019
Muckli initiierte in dem Kino, das sie in Aschendorf betrieb, eine Spendenaktion. „Es lief damals der Batman-Film bei uns. Die Eintrittsgelder haben wir gesammelt und gespendet. Es kamen 30 000 D-Mark zusammen“, erklärt Muckli.

Nach der gelungenen Aktion im Kino entschloss sich Thea Muckli dazu, noch im selben Jahr mit weiteren Ehrenamtlichen den eingetragenen Verein „Leben ohne Lepra“ zu gründen. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, sowohl Lepra- als auch Tuberkulosekranken zu helfen. „Das alles lässt sich jedoch nur mit einem starken Partner vor Ort realisieren“, betont Muckli. Diesen fanden die Emsländer in der Nichtregierungs-Organisation „Sarthak Manav Kushthashram“ und dessen Hauptverantwortlichem Suresh Kaul, mit dem die Aschendorfer eng zusammenarbeiten.

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat der Verein bereits mehrere Krankenstationen, Schulen und Weiterbildungs-Zentren an verschiedenen Orten im Norden Indiens aufgebaut. „Um das alles zu finanzieren, benötigen wir im Durchschnitt 100 000 Euro jährlich“, erklärt Astrid Muckli. Sie ist die Tochter von Thea Muckli und gehört ebenfalls dem Verein an. Das Geld stammt zum größten Teil aus Spenden sowie dem Verkauf von Decken, die in Indien angefertigt werden. Um sich zu vergewissern, dass das Geld auch in die finanzierten Projekte fließt, fliegen mehrere Vereinsmitglieder einmal im Jahr für einige Wochen nach Indien.

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