Einbruch in Bad Zwischenahn Angeklagter erzählt vor Gericht abenteuerliche Geschichte
In Bad Zwischenahn gab es einen Einbruch in ein Einfamilienhaus. Der Täter hinterließ Blutspuren. Die konnten einem Straftäter zugeordnet werden. Doch der Mann will gar nicht am Tatort gewesen sein.
Bad Zwischenahn/Oldenburg. Ein Einbrecher aus Bad Zwischenahn wollte sich jetzt vor Gericht mit einer abenteuerlichen Geschichte aus der Verantwortung ziehen. Mitglieder des Rockerclubs Hell Angels hätten heimlich am Tatort sein Blut verspritzt. Machen die so etwas? Die Gerichte hielten das nicht für glaubwürdig. Deswegen muss der Einbrecher (53) nun für drei Jahre ins Gefängnis. Ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichtes in Westerstede hat die 15. Kleine Strafkammer des Oldenburger Landgerichtes unter Vorsitz von Richter Michael Herrmann in zweiter Instanz bestätigt.
Laut Anklage und den Feststellungen der Gerichte zufolge war der Angeklagte in Bad Zwischenahn in ein alleinstehendes Wohnhaus eingebrochen. Er soll ein Fenster eingeschlagen haben, um durch die so entstandene Öffnung zu greifen, damit er das Fenster von innen entriegeln kann. Dann soll er das Erdgeschoss durchwühlt und schließlich 100 Euro mitgenommen haben.
Hausbewohner im Obergeschoss vor TV-Gerät
Im Obergeschoss des Hauses sahen die Bewohner gerade fern. Der Hausbesitzer hörte Glas klirren. Er ging nach unten. Da war der Einbrecher allerdings schon wieder verschwunden. Der Hausbesitzer rief die Polizei. Die Ermittler stellten im Inneren des Gebäudes und am Fenster Blutspritzer fest. Nach einem Gutachten konnte das Blut dem Angeklagten mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 365 Trilliarden (eine Eins mit 21 Nullen) zugeordnet werden.
So eindeutig das Gutachten war, so verblüffend lautete die Erklärung des Angeklagten für sein Blut am Tatort. Er sei nicht der Einbrecher, sei gar nicht am Ort des Geschehens gewesen. Und das Blut?, wollte Richter Herrmann wissen.
Blutprobe tiefgekühlt
Der Angeklagte lieferte eine Erklärung, die es in sich hatte. Er will vor Jahren einmal Ärger mit dem Rockerclub Hells Angels gehabt haben. Dem schuldet er noch 5000 Euro. Nun hätte der sich wohl gerächt. Die Rocker könnten früher sein Blut an sich genommen und es dann eingefroren haben. Der Einbruch in Bad Zwischenahn sei dann wohl der geeignete Moment gewesen, um ihn ´reinzureißen.
Der Angeklagte behauptete vor Gericht, die Rocker hätten heimlich sein Blut am Tatort verspritzt, um ihn ins Gefängnis zu bringen. Die Landgerichts-Kammer hielt diese Erklärung jedoch für unglaubwürdig. Sie wies den Antrag der Verteidigung auf einen Freispruch zurück. Dem Angeklagten, der schon mal im Gefängnis saß, sind Einbrüche nicht wesensfremd. Er ist rund 20-mal vorbestraft.