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Ostfriesland

Zehn Kilo Marihuana: Zoll nimmt Niederländer fest

Die Drogen waren in Plastiktüten verpackt. Bild: Zoll

Von Daniel Noglik und Timo Sager

Auf der A 28 vor Westerstede hat der Zoll im Auto eines Niederländers zehn Kilo Marihuana gefunden. Die Beamten sprechen vom größten Fund seit mindestens zwei Jahren. Das ist aber nicht das einzige Besondere.

Westerstede - Der Zoll hat auf der Autobahn 28 zwischen den Abfahrten Apen/Remels und Westerstede am Dienstag zehn Kilogramm Marihuana in einem Kofferraum gefunden. „Das war unser größter Fund seit mindestens zwei Jahren“, sagte am Freitag Frank Mauritz, Pressesprecher des Hauptzollamts Oldenburg. Jeden Tag gingen den Beamten Autofahrer ins Netz, die Drogen dabei hätten. „Aber dieser Treffer ist schon etwas Besonderes.“

Laut Mauritz war die Zollstreife auf der A 28 unterwegs, als ein weißes Auto sie überholte. Die Beamten ließen den Autofahrer auf einem Rastplatz anhalten und fragten ihn insbesondere nach Betäubungsmitteln. „Der 52-jährige Niederländer gab an, nichts dabei zu haben“, so Mauritz. Das stellte sich als Lüge heraus: Im Kofferraum seines Autos lagen zwei Reisetaschen, gefüllt mit insgesamt zehn Kilogramm Marihuana. Wert auf dem Schwarzmarkt: geschätzte 100 000 Euro.

Zuletzt ungewöhnlich viele Drogenfunde

Auf Nachfrage erklärte Mauritz, dass derzeit noch unklar sei, für wen die große Menge an Drogen bestimmt gewesen sei. Der mutmaßliche Drogenkurier habe bei seiner Vernehmung lediglich gesagt, dass er nach Hamburg unterwegs gewesen sei. Alles Weitere müsse ein Strafverfahren klären, dass jetzt bei der Staatsanwaltschaft Aurich laufe. „Die Drogen wurden sichergestellt und dienen im Verfahren als Beweismittel“, so Mauritz. Nach dem Verfahren werde das Marihuana vernichtet. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erging Haftbefehl gegen den Niederländer. Dieser wurde allerdings gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die Auricher Behörde ist laut Jan Wilken, Sprecher der Staatsanwaltschaft, zuständig, weil sie eine Sonderzuständigkeit für Drogendelikte hat.

Der Zehn-Kilogramm-Fund ist laut Mauritz nicht die einzige Besonderheit der vergangenen Tage: Vom 30. Dezember bis zum 11. Januar seien den Zollbeamten aus Emden, Norden und Papenburg ungewöhnlich viele Autofahrer ins Netz gegangen, die Drogen dabei gehabt hätten: 29 Fälle verzeichneten sie im niederländischen Grenzgebiet. Häufig habe es sich um kleinere Mengen an Cannabis (insgesamt etwa 100 Gramm) gehandelt. Aber auch Amphetamin (etwa 200 Gramm), Ecstasy (32 Gramm) und drei verbotene Waffen hätten die Zöllner sichergestellt. Den Grund für die vielen Funde um den Jahreswechsel herum konnte Mauritz nicht nennen. „Das wäre wie Glaskugelguckerei“, so der Zoll-Sprecher.

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