Saterland-Barßel

Strücklingen
04.07.2012

Sixtus Schröer wird posthum Brückenpate

Die „Prozessionsbrääch“ wird künftig „Sixtusbrücke/Sixtusbrääch“ heißen.
Die „Prozessionsbrääch“ wird künftig „Sixtusbrücke/Sixtusbrääch“ heißen.

Von Ole Cordsen

Schon einmal sollte ihm dieses Bauwerk gewidmet werden, was der Rat vor zwölf Jahren anders entschied. Nun wird der Name geändert. Er erscheint auf Hochdeutsch und „ap Seeltersk“.

Strücklingen - Eine alte Diskussion ist in Strücklingen noch einmal neu aufgeflammt, und sie hängt eng damit zusammen, dass Sixtus Schröer sich vor Jahrzehnten dafür stark machte, dass mit der Hilfe von Bundeswehrpionieren in Strücklingen zwei kleine Brücken über die Sagter Ems entstanden. Eine verband auf Geheiß von Schröer, der bis zur Gebietsreform Mitte der 1970er Jahre Bürgermeister der damaligen Gemeinde Strücklingen war, die Ecke Kant-/Kolpingstraße mit der gegenüberliegenden Straße In der Lee. Eine weitere überspannte die Sagter Ems in der Verlängerung der Buschmeede. Nun verwitterten die Brücken und wurden in den späten 1990er Jahren durch Neubauten an denselben Stellen ersetzt.

In der Folge gab es schon damals die Diskussion, eine der erneuerten Brücken nach Schröer zu benennen. Doch erschien dem Rat eine kleine Brücke zur Würdigung der Verdienste Schröers zu wenig. Man beschloss, eine Straße zu seinen Ehren zu widmen. Die gibt es nun, im Gewerbegebiet am Kreisel, Die Brücke nahe der Kirche wurde Anfang 2000 stattdessen „Prozessionsbrääch“ (Saterfriesisch für „Prozessionsbrücke“) benannt. Doch dieser Name kam nie in den Herzen der Bevölkerung an, wie der Strücklinger Ratsherr Gerd Olling auf der jüngsten Sitzung des Saterländer Gemeinderates noch einmal vortrug.

Seine Fraktion hatte auf Bitten der Bevölkerung nun insofern den Antrag gestellt, mit der Brücke eben doch den Ideengeber und einstigen Bürgermeister zu ehren, Sixtus Schröer, und sie fortan „Sixtusbrücke“ zu nennen. Nun ist dieser Name wenig Saterfriesisch, was Karl-Peter Schramm (SPD) auf den Plan rief, der – zugleich Vorsitzender Minderheitenrates auf Bundesebene – forderte: „Wir haben das Saterfriesische als Alleinstellungsmerkmal und Aushängeschild. Wir sollten unserer Sprache treu bleiben und ihre Position nicht durch einen hochdeutschen Begriff aufweichen.“ Alle Fraktionen einigten sich einstimmig auf einen Kompromiss: Die Brücke wird umbenannt, und demnächst wird neben den Holzgeländern das bisherige Schild durch ein zweisprachiges Schild ersetzt, auf dem „Sixtusbrücke/Sixtusbrääch“ zu lesen sein wird.

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