Mondprogramm der Nasa Italiener fliegt 2027 bei „Artemis 3“ mit - kein Deutscher

dpa
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Von dpa
| 09.06.2026 18:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der italienische Esa-Astronaut Luca Parmitano wird als erster Europäer beim Nasa-Mondprogramm „Artemis“ mitfliegen. (Archivbild) Foto: Sergei Ilnitsky/EPA POOL/dpa
Der italienische Esa-Astronaut Luca Parmitano wird als erster Europäer beim Nasa-Mondprogramm „Artemis“ mitfliegen. (Archivbild) Foto: Sergei Ilnitsky/EPA POOL/dpa
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Mit „Artemis 3“ will die Nasa künftige Mondlandungen vorbereiten. Einer der Astronauten an Bord wird der Italiener Luca Parmitano sein. Was ist mit Alexander Gerst und Matthias Maurer?

Früher als bisher vorgesehen wird Europa erstmals mit einem eigenen Astronauten beim Nasa-Mondprogramm dabei sein. Der Italiener Luca Parmitano sei einer der vier Raumfahrer bei „Artemis 3“, sagte Jared Isaacman, Chef der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Starten soll die Mission im kommenden Jahr.

Überraschenderweise ist damit kein deutscher Raumfahrer - Alexander Gerst oder Matthias Maurer - dabei. Von der europäischen Raumfahrtagentur Esa hatte es zuletzt geheißen, ein Deutscher werde der erste Europäer, der auf einer Mondmission fliegen werde. Allerdings geht es mit „Artemis 3“ auch gar nicht zum Mond, sondern nur zu Tests in eine Erdumlaufbahn.

Grund für die Änderungen zunächst unklar

Unklar blieb zunächst, warum plötzlich bereits bei „Artemis 3“ statt wie bisher geplant frühestens bei „Artemis 4“ ein Europäer mit an Bord ist. Ob weiterhin ein deutscher Esa-Astronaut mit der Mission „Artemis 4“ Richtung Mond fliegen soll oder ob das nun erst neu mit der Nasa verhandelt werden muss, wurde ebenfalls nicht mitgeteilt.

Parmitano zeigte sich sichtlich bewegt. „Ich fühle mich von der Rolle, die mir gegeben wurde, geehrt“, sagte der 49-Jährige in Houston. „Vor allem bin ich dankbar.“ An seine Frau, seine beiden Töchter und weitere Teile seiner Familie gewandt sagte Parmitano: „Ihr seid die Energie, die meine Seele nährt, und eure Liebe ist der Funke, der jede Leidenschaft entfacht. Danke, Grazie!“ Dabei brach dem Italiener kurz die Stimme weg.

Parmitano wurde an der italienischen Luftwaffenakademie ausgebildet und war Testpilot. 2009 wurde er als Esa-Astronaut ausgewählt, war zweimal auf der Raumstation ISS und dort mehrfach an Andockmanövern beteiligt. Mit zur „Artemis 3“-Crew sollen zudem die US-Amerikaner Andre Douglas, Frank Rubio und Randy Bresnik gehören, für den Notfall steht Bob Hines als Ersatz bereit. Anders als bei der Mission „Artemis 2“, mit der die US-Amerikanerin Christina Koch zur ersten Frau in der Nähe des Mondes wurde, ist diesmal keine Frau dabei.

Luca Parmitano war zweimal auf der Raumstation ISS. (Archivbild) Foto: NASA/dpa
Luca Parmitano war zweimal auf der Raumstation ISS. (Archivbild) Foto: NASA/dpa

Tests für die Rückkehr zum Mond

Mit dem „Artemis“-Programm strebt die US-Raumfahrtagentur Nasa eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond an. Mit „Artemis 3“ würden die entscheidenden Abläufe für die Rückkehr der Menschheit zum Mond getestet, hieß es in einer Reaktion der Esa. „Ein großer Schritt nach vorn für die Esa-Nasa-Partnerschaft.“

Esa-Chef Josef Aschbacher hatte Ende 2025 gesagt: „Ich habe entschieden, dass die ersten Europäer, die auf einer Mondmission fliegen werden, Esa-Astronauten deutscher, französischer und italienischer Nationalität sein werden.“ Zuerst sei Deutschland an der Reihe. Die beiden deutschen Esa-Raumfahrer Alexander Gerst und Matthias Maurer hatten mehrfach betont, diese Chance sehr gern wahrnehmen zu wollen.

Bei der Vorstellung der „Artemis 3“-Astronauten sagte Aschbacher nun, die Esa hätte sich keinen besseren Piloten als Parmitano wünschen können. „Hier bei der Esa gibt es echten Stolz zu wissen, dass neben dem Nasa-Kommandanten ein europäischer Astronaut an der Steuerung dieser Mission beteiligt sein wird.“

Auch Europas früherer Raumfahrtchef Jan Wörner gratulierte Parmitano. „Luca ist ein absoluter Profi und zudem ein sehr sympathischer Typ“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. In Wörners Amtszeit als Generaldirektr der Esa (2015-2021) flog Parmitano 2019 zum zweiten Mal ins All. „Prima, dass ein Europäer am Artemis-Programm teilnehmen kann“, sagte Wörner. „Meine Erwartung und Hoffnung ist, dass auch bei der Landung auf dem Mond ein Europäer dabei ist.“

Nasa-Chef Isaacman hatte „Artemis“-Programm umgeschmissen

Ursprünglich hatte es schon bei „Artemis 3“ eine Mondlandung geben sollen. Nasa-Chef Isaacman hatte die Änderung Ende Februar angekündigt: „Artemis 3“ starte schon 2027, lande aber nicht auf dem Mond. Stattdessen soll das Raumschiff „Orion“ nur in einer Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO) fliegen, die Crew soll die Kopplung mit einer oder zwei Mondlandefähren erproben. 2028 könnte es dann gleich zwei Mondlandungs-Missionen geben: „Artemis 4“ und „Artemis 5“. In der Vergangenheit gab es allerdings immer wieder Verzögerungen.

Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert waren Anfang April wieder Menschen in die Nähe des Mondes geflogen. Gelandet waren sie nicht. Zur „Artemis 2“-Crew hatten drei US-Amerikaner und ein Kanadier gehört.

Das „Artemis“-Programm – benannt nach der Göttin des Mondes und Zwillingsschwester des Gottes Apollo aus der griechischen Mythologie – war von der Nasa 2017 verkündet worden. Ursprünglich sah es eine bemannte Mondlandung - mit „Artemis 3“ - bis 2024 vor.

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