French Open im Tennis Eiskalt zum Hitzestart: Zverev in Runde zwei von Paris
Mit einer soliden Leistung gewinnt Alexander Zverev zum Auftakt der French Open. Für sein Titelziel muss er sich noch etwas steigern.
Alexander Zverev winkte kurz ins Publikum und sah eher erschöpft als glücklich aus. Der deutsche Tennisstar hatte beim Hitzestart der French Open eiskalt zugeschlagen und den französischen Lokalmatadoren Benjamin Bonzi mit 6:3, 6:4, 6:2 wie erwartet besiegt. Beim Auftakt seiner Titel-Mission zeigte der 29-Jährige eine solide, aber längst nicht perfekte Leistung. In der zweiten Runde trifft der Hamburger auf den Tschechen Tomas Machac.
„Benjamin ist ein großartiger Spieler, aber ich weiß, je weiter es ins Turnier geht, desto besser werden die Gegner“, sagte Zverev beim Sieger-Interview auf dem Court Philippe-Chatrier. Bei der anschließenden Pressekonferenz ergänzte der Olympiasieger von 2021: „Ich finde, es war ein solider Auftakt. Ich bin gut in Turnier gestartet, und weiter geht’s. Es ist manchmal sehr simpel.“
Zverev, der in den vergangenen fünf Jahren immer mindestens das Viertelfinale in Roland Garros erreicht hat, gilt als größter Herausforderer von Topfavorit Jannik Sinner. Auf den italienischen Weltranglistenersten kann er aufgrund des Startverzichts des verletzten Spaniers Carlos Alcaraz erst in einem möglichen Finale treffen. Zverev nimmt seinen insgesamt 41. Anlauf auf seinen ersten Grand-Slam-Turniersieg.
Perfekte Bedingungen für Zverev
Wohl auch wegen der Hitze verzichtete Zverev auf ein dunkles Outfit und trat ganz in Weiß an. Die äußeren Bedingungen auf dem Hauptplatz mit viel Sonne und hohen Temperaturen waren perfekt für das Spiel des Weltranglistendritten. „Bei 32 Grad ist das wie ein Hartplatz mit Puderzucker obendrauf“, hatte Bruder Mischa Zverev vor dem Match bei Eurosport gesagt: „Er ist super schnell, die Bälle springen hoch ab.“
Das liegt Zverev - und das zeigte er zu Beginn. Vor allem bei eigenem Aufschlag war sein Spiel sehr druckvoll und variantenreich. Der Olympiasieger von 2021 setzte auch immer wieder erfolgreich den Stopp als taktisches Mittel ein.
Zverev zwischenzeitig unzufrieden
Das für den ersten Satz entscheidende Break zum 4:2 holte er aber durch einen vermeidbaren Vorhandfehler seines Gegners. Zverev werde die „etwas wacklige Vorhand“ des Franzosen oft anspielen, hatte Bruder Mischa schon vorher angekündigt.
Doch auch bei Alexander Zverev erhöhte sich zwischenzeitlich die Fehlerquote. Der Hamburger war zeitweise sichtlich unzufrieden mit seinem Schläger, den Platzbedingungen und auch sich selbst. Häufig suchte er den Austausch mit seiner Box. Sinnbildlich dafür stand sein erster Aufschlagverlust zum 4:4 im zweiten Satz, als er einige Unkonzentriertheiten zeigte. Doch unmittelbar danach schlug Zverev mit einem erneuten Breakgewinn zurück und holte sich schließlich mit einem gefühlvollen Stopp auch den Durchgang.
Das brach die Gegenwehr von Bonzi, der beim Masters in Madrid dem Dominator Sinner noch einen Satz abnehmen konnte. Zverev hatte fortan leichtes Spiel und beendete das im dritten Satz einseitige Match nach 2:08 Stunden mit dem zweiten Matchball.