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Emsland/Ostfriesland/Oldenburgerland

Bröring: "Arbeitslose sollen bei Vereinen aushelfen"

Von Jana Köhler und Christian Kiel
9. Februar 2010

Der Landrat des Emslandes will Hartz IV zu sozialversicherungspflichtigem Lohn ändern. Vereine in der Region stehen dem Vorschlag positiv gegenüber. Interessenvertreter der Arbeitslosen weniger.

Emsland/Ostfriesland/Oldenburgerland - Der Landrat des Emslandes, Hermann Bröring, will Hartz-IV-Empfänger dazu verpflichten, bei gemeinnützigen Organisationen Hilfsdienste zu leisten. "Die immensen Summen der Passivleistungen für Hartz IV-Leistungsempfängerin beispielsweise könnten in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse umgewandelt werden", sagte Bröring beim Neujahrsempfang der CDU Dörpen. Ob das in Form von Ein-Euro-Jobs oder anders organisiert sein soll, ließ er offen.

Er hofft, dass gemeinnützige Organisationen so Unterstützung für Ehrenamtliche erhalten könnten. Er will keine Felder besetzen, die in Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt der freien Wirtschaft stünden. Außerdem würden sich Leistungsempfänger so gebraucht fühlen. Der Vorstoß des Landrates stößt inder Region nicht nur auf Zustimmung.

Lothar Speicher, 2. Vorsitzender der Bürgerbewegung gegen Arbeitslosigkeit Papenburg, hält das Konzept von nur unter bestimmten Bedingungen für sinnvoll: "Solch ein Hilfsdienst darf nicht mit Zwang angeordnet werden", findet der Sozialberater. Falls dem Hartz-IV-Empfänger, der beim Verein arbeiten solle, mit Leistungskürzungen gedroht wird, falls er dagegen ist, störe solch ein Konstrukt eventuell sogar den Vereinsfrieden. Speicher hält es zudem für eine paradoxe Einrichtung, dass die Vereinsvorsitzenden ehrenamtlich ohne Lohn viel leisten, während der sozialversicherungspflichtig angestellte Hartz-IV-Empfänger für Hilfsdienste ein Gehalt bekäme. Freiwillig, glaubt Speicher, würden viele Arbeitssuchende aber solche Dienste antreten. "Bisher hat es solche Vorschläge schon öfter gegeben, zum Beispiel in Ostrhauderfehn", erinnert sich Speicher, "die sind alle im Sande verlaufen."

In Vereinen gäbe es immer viel zu tun für Hartz-IV-Empfänger

Peter Fabian, Vorsitzender des Kulturkreises Bösel-Friesoythe-Saterland, hätte viel zu tun für Hartz-IV-Empfänger. "Bei uns gibt es genug Arbeit, die man ohne inhaltliche Kultur-Kenntnisse machen kann", sagt er, "Veranstaltungen organisieren etwa." Die Idee des Landrats findet er allgemein sinnvoll.

Auch bei TuRa 07 Westrhauderfehn sei Bedarf an Unterstützung, zumal es schwieriger werde, Ehrenamtliche zu mobilisieren, wie Vereinsvorsitzender Knut Kropacz erklärt: "Arbeit haben wir genug." Mögliche Tätigkeitsfelder für Hartz-IV-Empfänger sieht er etwa bei der Platzpflege, weniger bei der Vorstandsarbeit. Da seien Verlässlichkeit und Identifikation mit dem Verein gefragt.

"Mit normalen Arbeitsplätzen kann man die Jobs nicht vergleichen", findet Herbert Broich vom Verein Arbeitskreis Schule Rhauderfehn. Es solle statt solcher Ideen mehr für die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt getan werden.

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Idafehner schreibt am 10.02.2010:
Wenn ich dem ehrenwerten Hr. Landrat antworten würde, hätte ich
eine dicke Beleidigungsklage am Hals.
I. Ü., ich bin gottseidank kein Hartz-IV Empfänger, empfinde aber
Abscheu wie mit diesen Menschen umgegangen wird.

(Hartz, war das nicht ein Vorbestrafter ?)
diekster schreibt am 10.02.2010:
"Die immensen Summen der Passivleistungen für Hartz IV-Leistungsempfänger", was soll das? Im Moment wird fröhlich auf die Hartz- Vierlinge geprügelt. In vorderster Front die BILD, nun mischt auch nöch Bröring mit. Mit dieser Aussage suggeriert der Landrat daß der gemeine Hartz- Vierling reichlich abkassiert. Insgeheim sieht der Landrat es offenbar wie der Stammtisch. Soll er mal von 359 €/ Monat leben, den möchte ich sehen. Und bevor jemand dies kommentiert, bitte informieren sie sich, was alles mit dem Regelsatz finanziert werden muß...
Auch schön, wie Herr Kropacz ohne Ansehen der Person weiß, daß es dem Hartzer per se an "Verlässlichkeit" mangelt. Vorurteile sind was schönes, gelle?
Hartz4 Empfänger schreibt am 09.02.2010:
Broering, gerade sie müssen sich melden. Soll wohl ein geschicktes Ablenkungsmanöver sein. Sklavenarbeit um der oberschicht zudienen? Broering, wissen sie eigendlich wieviel arbeitssuchende ehrenamtlich in vereinen arbeiten? Broering, nicht am Puls der Zeit. Machen sie ihre Hausaufgaben.
georg blume schreibt am 09.02.2010:
in vereinen gibt es viel zutun weil mitglieder zu faul sind um das angefangene weiterzuführen. das sind jobs, dienen nicht zum rentenaufbau, die uns nicht weiterführen. Hartz 4 empfänger machen die drecksarbeit um den vorstand für kultur-kenntnisse verlässlich den rücken freizuhalten. diese besteht darin fress- und saufbuden zu organisieren um die kultur aufrechtzuerhalten. PROST!
georg blume schreibt am 09.02.2010:
klar das vereine dies gut finden, diese sind ja auch leistungsträger.



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