Schülerbeiträge

Folmhusen

Kleine Reporter gingen auf Zeitreise

Die Kinder erlebten im Klassenraum des Schulmuseums, wie eine Unterrichtsstunde früher abgelaufen ist. Bild: privat

Von den Klassen 4 a und 4 b

Kinder aus Steenfelde und Großwolde besuchten das Schulmuseum in Folmhusen. Dort lernten die Mädchen und Jungen, wie der Unterricht früher ablief. Sie erfuhren auch, dass die Schüler damals ganz bestimmte Kleidung tragen mussten.

Folmhusen - An einem schönen, sonnigen Tag machten sich die Schüler der vierten Klassen der Grundschule Steenfelde/Großwolde auf den Weg zum Schulmuseum Folmhusen mit genügend Fragen im Gepäck. Die Mädchen und Jungen hatten unterschiedliche Fragengebiete und sammelten dazu zahlreiche Informationen.

Der Klassenraum war klein und es waren Tischbänke vorhanden, die eine Verbindung zu den Sitzbänken hatten. In der Klasse gab es noch kein Lehrerpult, sondern ein Podest, das auf einer Erhöhung stand. Schüler hatten noch keine Ablagefächer, wie wir es heute haben. Im Klassenraum gab es keine Heizungen, sondern einen Ofen, den die Kinder beheizen mussten, indem sie jeder ein Stück Torf, Kohle oder Holz mitbringen mussten. Im Raum standen ausgestopfte Tiere. Die Wände waren grün – weiß bemalt. Wir sahen ein Bild von Kaiser Wilhelm II. und seiner Frau an der Wand hängen, welches zu damaligen Zeiten in jedem Klassenraum zu finden war. Weiterhin saßen Mädchen und Jungen nicht zusammen, sondern getrennt voneinander.

Im Klassenraum des Schulmuseums gibt es viele Unterrichtsgegenstände, die es heute nicht mehr gibt – zum Beispiel die Schiefertafel, die aus Schiefergestein bestand. Mit einem sogenannten Milchgriffel schrieben die Kinder. Jeden Morgen mussten sie drei Milchgriffel und einen nassen Schwamm mitbringen.

Die Schultaschen waren ganz normale braune Taschen. Auf die sogenannte Lümmelbank kamen die Kinder, die sich nicht benahmen. Wenn sie nicht gerade saßen, mussten sie ihr Kinn auf den Kinnhalter legen oder wurden am Stuhl von den Schultern bis zur Brust festgebunden. So mussten sie sitzen und schreiben. Wenn sie dazwischenredeten, wurden sie mit einem Stock geschlagen.

Die Museumsführerin nahm uns mit auf eine Zeitreise und zeigte uns, wie eine Unterrichtsstunde damals abgelaufen ist: Als die Stunde anfing, haben wir Befehle bekommen. Die Lehrerin war sehr streng. Zur Begrüßung mussten die Jungen sich verbeugen und die Mädchen einen Knicks machen. Wir mussten die Deutsche Schrift lernen. Ein Lehrer musste damals das Harmonium spielen können. Jede Antwort eines Schülers wurde mit dem Zusatz „Fräulein Lehrerin“ beendet. Alle Kinder mussten damals mit rechts schreiben und hatten immer Respekt vor dem Lehrer. Sobald sich die Schüler nicht benahmen, wurde den Jungen auf den Popo geschlagen und den Mädchen auf die linke Hand. Oft gab es an den Schulen nur zwei Lehrer, die sich nicht stritten.

Natürlich war es auch sehr interessant zu erfahren, welche Kleidung die Kinder damals trugen. Die Mädchen waren mit Kleidern oder Röcken bekleidet. Darüber trugen sie eine bunte Schürze, an Feiertagen eine weiße. Sie trugen die Schürzen, damit die Kleidung nicht dreckig wurde. Die Jungen und Mädchen trugen knielange Strümpfe, die in Leder- oder Holzschuhen steckten. Jeder musste ein Stofftaschentuch mitbringen, sonst kriegen sie eine Strafarbeit. Die Buben, also die Jungen, waren bekleidet mit einer kurzen Hose und einem Hemd. Die Hemden waren besonders rausgeputzt an Feiertagen. Auch im Winter mussten sie kurze Hosen tragen. Ab ihrem 14. Lebensjahr durften sie lange Hosen anziehen.

Wir hatten einen spannenden und aufregenden Tag im Schulmuseum. Uns hat die Zeitreise sehr gefallen und wir wollen gerne noch einmal wiederkommen!

Ausstellung und Shop

In der Ausstellung des Schulmuseums gibt es viel zu sehen: Kleidung und Bücher, die schon 100 Jahre alt sind, sowie Milchgriffel, Schiefertafeln und Zeigestöcke. Die Schüler entdeckten aber auch Stöcke, die die Lehrer zur Bestrafung genutzt haben. Für den Bio-Unterricht wurden ein Affenskelett und andere Utensilien genutzt.

Außerdem mussten die Schüler von der ersten bis zur achten Klasse in einer Schule bleiben. Kaiser Wilhelm II. wurde ein Lied gewidmet und eine Statue gebaut, die in der Ausstellung zu sehen ist.

Den anliegenden Shop gibt es seit fünf Jahren. Er hat immer dann geöffnet, wenn auch das Schulmuseum besucht werden kann. Zu kaufen gibt es alte Bücher, Milchgriffel, Schiefertafeln, alte Schultaschen, Schwammdosen und Postkarten. Das Geld, das im Shop verdient wird, ist für das Schulmuseum bestimmt. Manche Sachen aus dem Shop stellt eine Firma für das Schulmuseum her.

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