Region

Ostfriesland
16.10.2010

Große Volkszählung im kommenden Jahr

Jeder zehnte Einwohner wird Besuch bekommen und einen Fragebogen ausfüllen müssen.
Jeder zehnte Einwohner wird Besuch bekommen und einen Fragebogen ausfüllen müssen.

Von Kerstin Singer

Bei den Landkreisen in Ostfriesland laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Sie müssen zehn Prozent ihrer Einwohner aufsuchen. Der Aufwand für Personal und Datensicherheit ist hoch.
Ostfriesland - In Ostfriesland laufen die Vorbereitungen für die Volkszählung (Zensus) im kommenden Jahr auf Hochtouren. Die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund sowie die Stadt Emden sind dabei, eigene Büros dafür einzurichten und die strengen Vorschriften zu erfüllen.

"Die Anforderungen an den Datenschutz sind enorm", berichtet Johann Brauer, Leiter des Inneren Dienstes beim Landkreis Aurich. "Die Daten dürfen nicht ins Behördennetz gelangen", erklärte Brauer. Deshalb müssten eigene Leitungen für Computer und Telefone eingerichtet werden. Der Landkreis Aurich habe sich deshalb entschieden, das Büro außerhalb des Kreishauses einzurichten. Derzeit wird überlegt, es im Carolinenhof unterzubringen. In Leer, Emden und Wittmund wird die Stelle jedoch in den Rat- und Kreishäusern geschaffen.

Der Landkreis Leer rechnet mit etwa 250 Arbeitskräften.

In Leer will man jedoch darauf achten, dass keine Mitarbeiter aus den Bereichen Soziales und Finanzen dafür eingesetzt werden. Dadurch soll verhindert werden, dass doch Informationen über befragte Einwohner in den Behörden landen. Seit einem Urteil des Verfassungsgerichtes aus dem Jahr 1983 ist es verboten, personenbezogene Daten aus der amtlichen Statistik für Verwaltungszwecke zu nutzen. Der Landkreis Leer rechnet mit etwa 250 Arbeitskräften. Woher diese kommen sollen, wird derzeit in den Kommunen diskutiert. "Wir brauchen absolut verlässliche Leute", sagte Rikje Bettig vom Landkreis Leer.

Von Mai bis Ende Juli müssen diese Helfer dann zehn Prozent der Einwohner besuchen und einen zehnseitigen Fragebogen ausfüllen. "Es besteht Auskunftspflicht", so Brauer. Doch die Befragten könnten die Fragebögen auch selbst auszufüllen und im Büro abzugeben.

"Der Zensus hilft uns dabei, unsere Einwohnerzahl zu präzisieren", erklärte Brauer. Die Melderegister seien oft ungenau. Das habe schon ein Zensustest 2001 ergeben. Damals fielen die Lücken vor allem in größeren Gemeinden auf. Deshalb wird in diesen nun auch zusätzlich mit Fragenbögen gearbeitet. Gleichzeitig werden aber auch die Daten aus den Melderegistern an das LSKN überspielt.

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